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Hinweise zur Sanierung nach Bränden
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Ein Raub der Flammen

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Bürgerhaus Steinbach brennt nieder – Mehrere Millionen Euro Schaden – Taunus-Wehren mit 250 Mann im Einsatz

Ein zerstörtes Bürgerhaus, ein evakuierter Wohnblock, ein Schaden in Millionenhöhe: Das Ausmaß eines Großbrands in Steinbach ist immens. Bis in die Morgenstunden kämpften rund 250 Einsatzkräfte aus dem ganzen Taunus gegen das Feuer, das in der Nacht zum Freitag kurz nach Ende der Weiberfastnacht ausgebrochen war. Trotz der meterhoch lodernden Flammen wurde niemand verletzt.

Von Sven-Sebastian Sajak und Klaus Späne

Brand Steinbach 3
Dramatischer Einsatz: Rund 250 Einsatzkräfte bekämpften das Feuer in Steinbach – das Bürgerhaus war trotzdem nicht mehr zu retten. Fotos: Sajak

Hochtaunus. Es ist kurz vor halb zwei. Die fröhliche Feier der närrischen Weiber ist gerade vorbei, da wird es bitterernst. Im Steinbacher Bürgerhaus bricht Feuer aus. Im Bereich der Bühne schlagen Flammen hoch und breiten sich rasant aus. Die rund 20 Feiernden nehmen den Brandgeruch wahr, verlassen das Gebäude – und müssen von draußen mitansehen, wie das Feuer immer mehr um sich greift und der Kultur- und Veranstaltungstreff unwiederbringlich zerstört wird.

Es ist 1.27 Uhr, als zahlreiche Notrufe bei Rettungsleitstelle und Polizei eingehen. Auch die Brandmeldeanlage des Gebäudes löst Alarm aus. Feuerwehrleute aus Steinbach, Oberursel, Kronberg und später auch noch aus Bad Homburg und Eschborn treffen kurz darauf ein und versuchen zu retten, was nicht mehr zu retten war.

Einer der ersten, die vor Ort sind, ist Matthias Bergmann von der Steinbacher Wehr. Zunächst sind im Bürgerhaus nur Rauch und Feuerschein zu sehen. Danach aber geht alles sehr schnell. Minuten später quetschen sich bereits dichte, schwarze Rauchschwaden durch die Spalten des Gebäudes gen Himmel. "Die Rauchentwicklung wurde stärker, aus den Fenstern brannte es raus, dann stürzte das Dach ein", schildert der Zugführer der Steinbacher Brandschützer die Entwicklung. Außerdem schlagen die Flammen bis zum achten Stock des angrenzenden Hauses hoch, so dass dort sogar die Fensterscheiben platzen. Die Hitze ist so stark, dass sich selbst in den benachbarten Einfamilienhäusern Rollläden verbiegen.

Unter der Leitung von Bergmann und Kreisbrandinspektor Carsten Lauer versuchen rund 250 Feuerwehrleute, der Flammen Herr zu werden. Die Einsatzkräfte gehen von drei Seiten vor, unter anderem mit drei Drehleitern. Mehrere Trupps werden – mit schwerem Atemschutzgerät ausgerüstet – zur Brandbekämpfung ins Gebäude geschickt, weitere Feuerwehrleute angefordert.

Aber auch nebenan ist Gefahr in Verzug. Ein angrenzendes Wohnhaus, in dem sich 63 Bewohner befinden, muss evakuiert werden. Väter tragen Kinderwagen aus dem Haus, Mütter bringen sich mit ihren weinenden Kindern in Sicherheit. Kurzerhand wird das Steinbacher Feuerwehrgerätehaus zu einer warmen Notunterkunft: Sitzbänke werden in der beheizten Fahrzeughalle aufgestellt und Verpflegung bereitgestellt.

Hochhaus evakuiert

Gegen 2:20 Uhr herrscht plötzlich große Aufregung an der Einsatzstelle. Die Fensterscheiben der Saals bersten, die extreme Hitze kann man selbst in 50 Metern Entfernung spüren. Als sich einige Einsatzkräfte etwas zurückziehen, zündet schließlich das Rauchgasgemisch durch. Meterhohe Flammen schießen nun aus dem Dach. Sofort wird zusätzlich eine Drehleiter in Stellung gebracht und das Feuer über den eingebauten Wasserwerfer bekämpft.

Im Laufe der nächsten zwei Stunden werden die Einsatzkräfte der Flammen Herr. Zwar lodert das Feuer immer wieder auf, doch mit vereinten Kräften gelingt es, ein Übergreifen auf das benachbarte Hochhaus zu verhindern. "Zu Spitzenzeiten haben wir bis zu 5000 Liter Wasser pro Minute gespritzt", schildert Bergmann den Großeinsatz. Um 4.48 Uhr sind die Flammen dann bis auf einzelne Glutnester gelöscht. Doch die Nachlöscharbeiten ziehen sich noch bis in die Mittagsstunden hin. Es ist bereits kurz vor 14 Uhr, als die letzten Feuerwehrleute abrücken.

Die Ursache des Feuers ist bislang noch nicht geklärt. "Wir können nach bisherigem Ermittlungsstand aber eine vorsätzliche Brandstiftung ausschließen", sagte Polizeisprecher Siegfried Schlott. Bei dem größten Brand, den es seit vielen Jahren im Hochtaunuskreis gegeben hat, entstand ein Sachschaden in Höhe von mehreren Millionen Euro. Der Saal des Bürgerhauses brannte vollständig nieder, und auch einige der Wohnungen im angrenzenden Gebäude sind bis auf Weiteres unbewohnbar.

Aus der Steinbacher Bevölkerung gab es zahlreiche Hilfsangebote für die Anwohner, die aus ihrer Wohnung ausziehen mussten. Und auch der Hochtaunuskreis sicherte "im Rahmen der Amtshilfe" Unterstützung zu und stellt die Mensa der Geschwister-Scholl-Schule für Veranstaltungen zur Verfügung. "Wo der Hochtaunuskreis schnell und unbürokratisch helfen kann, werden wir dies tun", sagte Landrat Ulrich Krebs (CDU).

Artikel vom 08. Februar 2013, 20.20 Uhr

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